Sechsmal täglich auf Fütterungstour
Fütterungsroboter / Mit ihrem Roboter für die Munimast haben Urs Rüeger und Marco Schlatter Neuland betreten.
Urs Rüeger (links) und Marco Schlatter vor dem Fütterungsroboter. Die beiden Schaffhauser Bauern führen ihre Munimast mit rund 150 Tieren in einer Betriebszweiggemeinschaft. (Bild zVg)
Der Fütterungsroboter bei der Arbeit:
Er kann so programmiert werden, dass die Futtermenge, die er abgibt, der Grösse und dem Hunger der Tiere entspricht, die in den einzelnen Buchten gehalten werden. (Bild Christian Weber)
WILCHINGEN Sechsmal am Tage ist im Laufstall von Urs Rüeger und Marco Schlatter in Wilchingen Fütterungszeit. Und sechsmal am Tag reagieren die rund 150 Munikälber mit erhöhter Aufmerksamkeit, wenn der Fütterungsroboter mit einem Signalton ankündigt, dass er jetzt in Aktion tritt. Doch bevor der an einer Schiene geführte Fütterungsroboter seine Tour durch den Mittelgang des 3Phasen-Laufstalls und wieder zurück an den Ausgangspunkt antritt, muss er erst mit Futter gefüllt werden. Dieses besteht im Falle des Betriebs von Urs Rüeger aus Grassilage in Rundballen sowie aus Silomais aus dem Fahrsilo.
Roboter geht auf den Hunger der Munikälber ein
Ein Förderband transportiert pro Fütterung rund 300 Kilogramm Silage in den Bauch des Roboters, die durch einige Kilogramm Kraftfutter ergänzt wird – exakt die Menge, auf die der Roboter programmiert worden ist. Anschliessend wird das Futter während 8 Minuten gemischt. Erst jetzt setzt sich die Maschine in Bewegung. Vor jeder der Buchten im Laufstall streut der Roboter ein «Futter-Mädli» auf den Boden. Und je älter, kräftiger und hungriger die Munikälber in den einzelnen Buchten sind, desto grösser ist die Futtermenge, die der Roboter streut. Der Roboter bewältigt den gesamten Fütterungsvorgang im Alleingang. Die Aufgaben des Bauern bestehen lediglich noch darin, die Futterboxen mit Futter zu beschicken und den Roboter entsprechend zu programmieren.
Munimast in einer Betriebszweiggemeinschaft
Urs Rüeger betreibt die Munimast in einer Betriebszweiggemeinschaft zusammen mit Marco Schlatter. Ein Drittel der Munikälber im Laufstall gehören Schlatter, der auch ein Drittel der Kosten zur Installation der Anlage übernommen hat. Ein Auslöser für diese Investition war die Tatsache, dass Schlatters bisheriger Stall im Dorfkern von Hallau die ab dem Jahr 2013 geltenden Normen nicht erfüllt und eine Anpassung an diese nicht möglich ist.
Wie Rüeger ausführt, bringt das neue Fütterungssystem in mehrfacher Hinsicht Vorteile. Als Erstes nennt er den Faktor Zeit. Die Fütterung der Tiere mit dem Futtermischwagen beanspruchte ihn vor der Anschaffung des Roboters täglich während einer Stunde. Dieser Zeitaufwand hat sich jetzt auf eine Viertelstunde reduziert: Während Rüeger denn Mittelgang des Stalls wischt, kann er gleichzeitig die Aufgabe der täglichen Tierbeobachtung wahrnehmen. Der Faktor Zeit ist für Rüeger wichtig, da er neben der Munimast unter anderem auch noch Acker- und Rebbau betreibt und im Lohnunternehmen seines Kollegen Marco Schlatter mitarbeitet.
Viele kleine Portionen vergrössern den Appetit
Als weiteren positiven Effekt der neuen Fütterungsanlage nennt Rüeger die sechsmalige Fütterung pro Tag. Sechsmal eine kleine Portion Futter zu erhalten, wirke auf die Tiere appetitanregender als einmal am Tag eine riesige. Für Rüeger hat das den positiven Effekt, dass die Tiere schneller das Schlachtgewicht von 540 Kilo erreichen und er erst noch weniger Kraftfutter verfüttern muss. Als weiteren Vorteil nennt Rüeger die genaue Dosierung der Futtermenge und Futtermischung. Bei entsprechender Programmierung kann der Roboter die Tiere je nach Bedürfnis mit verschiedenen Futtermischungen in der gewünschten Menge versorgen.
Urs Rüeger und Marco Schlatter haben mit ihrem Roboter Mix Meister in der Schweiz Neuland betreten. Sie sind die ersten Schweizer Landwirte, die diese von der österreichischen Firma Wasserbauer entwickelte Anlage einsetzen.








